Presseinformation.

14.02.2012

LBBW veräußert den Wohnungsbestand an ein Konsortium unter der Führung der Patrizia Immobilien

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft die LBBW Immobilien GmbH mit ihren 21 000 Wohnungen an ein Konsortium unter der Führung der Patrizia Immobilien AG. Dies haben Vorstand und Aufsichtsrat der Bank beschlossen. Das Konsortium besteht zu 95 Prozent aus namhaften Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen mit langfristigem Anlagehorizont. Der Kaufpreis beträgt 1,435 Milliarden Euro. Die Transaktion steht noch unter dem üblichen Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Der Vollzug der Transaktion soll noch in diesem Quartal erfolgen.

Die LBBW erfüllt damit eine Auflage der EU-Kommission aus dem Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland, die den Verkauf des Wohnungsbestands bis Ende 2012 verlangt. Mit der Transaktion wird ein weiteres Element des Restrukturierungsplans erfolgreich umgesetzt.

Der Zuschlag erfolgte nach einem fairen, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren an den Meistbietenden. Bei den zwei zuletzt verbliebenen Bietern setzen die Investoren auf eine jeweils langfristige Bestandshaltung und nachhaltige Bewirtschaftung des Wohnungsportfolios. Bei diesen seriösen und inhaltlich gleichwertigen Angeboten war die Entscheidung auf Grund des höheren Kaufpreises im Sinne eines fairen und diskriminierungsfreien Verfahrens beihilferechtlich erforderlich. Dies wurde von dem von der EU eingesetzten Treuhänder auch so bestätigt.

Das erfolgreiche Konsortium verpflichtete sich wie alle teilnehmenden Bieter zur Einhaltung der vorgegebenen strafbewehrten Sozialcharta zum Schutz von Mietern und Beschäftigten. Darin ist unter anderem festgeschrieben, dass die freien Mieten in den nächsten fünf Jahren lediglich um durchschnittlich 3 Prozent jährlich zuzüglich der Inflationsrate angehoben werden dürfen. Luxussanierungen sind während der nächsten fünf Jahre nur mit Zustimmung der Mieter möglich; Kündigungen wegen Eigenbedarfs oder angemessener wirtschaftlicher Verwertung sind für mindestens 10 Jahre ausgeschlossen. Insofern geht die Sozialcharta deutlich über den gesetzlichen Mieterschutz hinaus.

Mit Blick auf die 300 Mitarbeiter der LBBW Immobilien, die mit dem Unternehmen an den Erwerber übergehen, wurde bereits vor Monaten ein Interessenausgleich mit dem Betriebsrat vereinbart, der den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2015 sowie weitreichende Vereinbarungen für Standortsicherungen und soziale Besitzstandsklauseln vorsieht.

Der Käufer muss regelmäßig über die Einhaltung der Sozialcharta berichten, die Bestandteil des Kaufvertrags ist; der Bericht ist vom künftigen Wirtschaftsprüfer der LBBW Immobilien zu bestätigen. Bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen werden Vertragsstrafen fällig.

Die 21 000 Wohnungen befinden sich ganz überwiegend in Baden-Württemberg, vor allem in großen Städten wie Stuttgart (3 800 Wohnungen), in der Region Stuttgart (3 600), Mannheim (1 100), Ulm (rund 1 200), Karlsruhe (900) und Freiburg (rund 650). Etwa 1 400 Wohnungen liegen außerhalb Baden-Württembergs, vorrangig in Wiesbaden, Berlin und Erfurt. Ebenfalls Gegenstand des Verkaufs ist wie bereits mitgeteilt die WEG Verwaltung, die 17 000 Wohnungen für Dritte verwaltet.

Bei der LBBW verbleibt weiterhin die LBBW Immobilien Management GmbH mit den Geschäftsfeldern Projektentwicklung, Asset Management Gewerbe und Real Estate Services. Diese Aktivitäten wurden im vergangenen Jahr von der LBBW Immobilien GmbH abgespalten, um den jetzt vollzogenen Verkauf des Wohnungsgeschäfts zu ermöglichen.

Das erfolgreiche Konsortium hat angeboten, die Stadt Stuttgart mit bis zu 10 Prozent am Konsortium zu beteiligen, um der politischen Bedeutung der Stadt Stuttgart Rechnung zu tragen und eine enge Kooperation in Wohnwirtschaftsfragen zu erreichen. Unabhängig davon wird das Konsortium der Landeshauptstadt Stuttgart die Möglichkeit geben, einen Vertreter der Stadt in den Aufsichtsrat des Unternehmens zu entsenden.

Das von Patrizia gemanagte Versicherungskonsortium setzt sich zusammen aus:

  • sechs inländischen Versicherungen und Sparkassen (darunter die LVM-Versicherung, VPV Lebensversicherung AG, Kreissparkasse Göppingen) mit einem Anteil von zusammen rund 43 Prozent
  • zwei ausländischen Pensionsfonds mit einem Anteil von zusammen rund 30 Prozent (der schwedische Pensionsfonds AP3 mit mehr als 25 Prozent und ein schweizerischer Pensionsfonds)
  • drei inländischen Versorgungswerke und Pensionskassen mit ca. 25 Prozent (darunter das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Nordrhein-Westfalen mit ca. 14 Prozent)
  • der Patrizia AG selbst mit ca. 2 Prozent
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