Presseinformation.

15.03.2012

LBBW legt vorläufige Zahlen für das Jahr 2011 vor

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Basis vorläufiger Zahlen einen Konzerngewinn vor Steuern von 117 Millionen Euro (gemäß IFRS) erzielt. Damit gelang die Rückkehr in die Gewinnzone, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust vor Steuern von 341 Millionen Euro angefallen war. Das operative Ergebnis verbesserte sich deutlich auf 423 Millionen Euro (2010: 32 Millionen Euro).

  • LBBW kehrt dank starkem Kundengeschäft in die Gewinnzone zurück
  • IFRS-Ergebnis vor Steuern bei 117 Millionen Euro (2010: minus 341 Millionen Euro)
  • Konzernergebnis nach Steuern bei 87 Millionen Euro (Vorjahr: minus 363 Millionen Euro)
  • Belastungen von 940 Millionen Euro aus Engagements in südeuropäischen Staaten in Folge der Schuldenkrise verarbeitet
  • Restrukturierung greift: Personalabbau kommt voran, Sachkosten sinken, Kreditersatzgeschäft erneut kräftig reduziert
  • Abbau der Risikoaktiva über Plan, Eigenkapitalquote (Gesamtkennziffer) steigt auf 17,2 Prozent
  • HGB-Gewinn von rund 400 Millionen Euro nach Steuern ermöglicht vollständige Wertaufholung von Genussscheinen und stillen Einlagen

Getragen wurde das Ergebnis von einem erfreulichen Kerngeschäft mit Unternehmen, Privatkunden und Sparkassen und einer konjunkturbedingt geringeren Risikovorsorge als im Vorjahr. Belastend wirkte dagegen die Staatsschuldenkrise, die insbesondere im zweiten Halbjahr zu äußerst schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten führte. Insgesamt wurden Belastungen im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise von rund 940 Millionen Euro verarbeitet. Darin enthalten sind Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, die zum 31.12.2011 auf den Marktwert von rund 21 Prozent abgeschrieben wurden. Zugleich konnte die LBBW dank des konsequenten Abbaus von Risiken ihre Kernkapitalquote per Ende 2011 auf 12,9 Prozent erhöhen.

"Insgesamt zeigt das vergangene Jahr, dass wir mit der strikten Ausrichtung auf das nachhaltige Kundengeschäft auf dem richtigen Weg sind. Gerade im Geschäft mit Unternehmen und Privatkunden sind wir gut unterwegs. Es zahlt sich jetzt aus, dass wir schon vor zwei Jahren mit der Restrukturierung begonnen haben. Die Maßnahmen greifen auf breiter Front: Sowohl bei der Rückführung der Personalund Sachkosten als auch beim Abbau des Kreditersatzgeschäfts und anderer nicht-strategischer Engagements kommen wir gut voran", sagte Hans-Jörg Vetter, Vorstandsvorsitzender der LBBW. Allerdings hätten die heftigen Marktturbulenzen insbesondere im zweiten Halbjahr die Erfolge im Kerngeschäft massiv überschattet, fügte Vetter hinzu. "Umso wichtiger ist es, dass wir die Risiken deutlich verringert haben und die Kapitalquoten stärken konnten. Wir werden diesen Kurs energisch weiter verfolgen und Risikoaktiva im nicht-strategischen Geschäft mit großem Nachdruck abbauen."

Ergebnis- und Bilanzzahlen 2011 im Überblick

Das Zinsergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,0 Prozent auf 2,298 Milliarden Euro. Neben soliden Erträgen aus dem Privat- und Unternehmenskundengeschäft schlugen sich hier Einmalerträge aus der Umstrukturierung eines größeren Unternehmensengagements sowie gestiegene Beteiligungserträge nieder.

Das Provisionsergebnis lag bei 536 Millionen Euro nach 630 Millionen Euro im Vorjahr. Hier spiegelt sich unter anderem die Zurückhaltung der Anleger im Wertpapiergeschäft wider. Außerdem waren die Erträge aus dem Kreditund Treuhandgeschäft rückläufig.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten lag bei minus 33 Millionen Euro (2010: minus 657 Millionen Euro). Positiven Ergebnisbeiträgen aus dem forcierten Abbau von Kreditderivatepositionen unter Ausnutzung von Spreadeinengungen im ersten Halbjahr standen Belastungen aus Bewertungsanpassungen von anderen zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten gegenüber.

Das sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 54 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro. Hier verbesserte sich das Ergebnis der als Finanzanlagen gehaltenen Immobilien deutlich.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft konnte im Vergleich zum Vorjahr spürbar auf 152 Millionen Euro verringert werden. Dies reflektiert die günstige konjunkturelle Entwicklung insbesondere in den Kernmärkten der LBBW.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen lag bei minus 716 Millionen Euro. Belastend wirkten hier Engagements in südeuropäischen Staaten. Dem standen konzernweit Erträge aus der Veräußerung von Beteiligungen in Höhe von 276 Millionen Euro gegenüber.

Die Verwaltungsaufwendungen sanken um 2,1 Prozent auf 1,727 Milliarden Euro. Dies spiegelt insbesondere den Rückgang der Personalkosten in Folge des Stellenabbaus im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Bank wider. Die Zahl der Beschäftigten lag zum Jahresende bei 12 231 und damit um 830 niedriger als im Vorjahr. Der Anstieg der Sachkosten um 27 Millionen Euro auf 590 Millionen Euro geht auf die erstmals erhobene Bankenabgabe zurück, die sich für die LBBW auf 57 Millionen Euro belief. Ohne die Bankenabgabe wären die gesamten Verwaltungsaufwendungen sogar um über 5 Prozent gesunken.

Das operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 423 Millionen Euro erhöht.

Die Kosten für die Risikoabschirmung durch das Land Baden- Württemberg beliefen sich auf insgesamt 336 Millionen Euro, von denen 306 Millionen Euro im Posten Garantieprovision Land Baden-Württemberg und der Rest im Zinsergebnis gebucht wurde. Unter Berücksichtigung von Goodwill-Wertminderungen von 15 Millionen Euro und einem positiven Restrukturierungsergebnis in Folge der Auflösung von nicht benötigten Rückstellungen von ebenfalls 15 Millionen Euro ergab sich ein Konzernergebnis vor Steuern von 117 Millionen Euro. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 341 Millionen Euro angefallen. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 87 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 363 Millionen Euro.

Die Konzernbilanzsumme verringerte sich zum Jahresende leicht auf 373,1 Milliarden Euro. Rückgängen in den Bilanzpositionen gegenüber Kunden und Kreditinstituten standen auf Grund des veränderten Zinsniveaus erhöhte Positionen aus Derivaten gegenüber.

Konsequenter Abbau von Risiken, angemessene Kapitalausstattung

Dank des konsequenten Abbaus von Risikopositionen konnte die Bank die Kapitalquoten deutlich verbessern. Die Kernkapitalquote lag zum 31.12.2011 bei 12,9 Prozent (31.12.2010: 11,4 Prozent). Die Gesamtkennziffer lag zum Bilanzstichtag bei 17,2 Prozent nach 15,3 Prozent im Jahr zuvor. Zugleich haben sich die Risiken der Bank erheblich verringert. Das Credit Investment Portfolio, das Ende 2008 noch 95 Milliarden Euro betragen hatte, wurde im vergangenen Jahr durch das Ausnutzen von Fälligkeiten sowie aktiven Abbau von 54 auf 36 Milliarden Euro (Stand 31.12.2011) zurückgeführt.

Die gesamten Risikoaktiva konnten gegenüber dem Vorjahr von 121 auf 108 Milliarden Euro reduziert werden. Enthalten sind bereits die Auswirkungen der zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Verschärfung der Eigenkapitalregeln ("Basel 2,5"), die beispielsweise die Risikoaktiva für Marktpreisrisiken erhöhen. Insgesamt verfügt die LBBW über eine angemessene Kapitalausstattung. Untermauert wurde dies auch durch das Ergebnis der EBA-Kapitalumfrage im Herbst, bei der die LBBW die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht ohne zusätzlichen Kapitalbedarf erfüllte. Dessen ungeachtet führt die Bank weiterhin Gespräche mit den Trägern über eine Umwandlung beziehungsweise Härtung der stillen Einlagen, die unter Basel III in der jetzigen Form nicht mehr zum Kernkapital gezählt würden. Auf diese Weise soll zugleich ein Polster für eventuelle weitere Verschärfungen der Kapitalanforderungen durch die Aufsichtsbehörden geschaffen werden.

Für den Einzelabschluss nach HGB erwartet die Bank auf Basis ebenfalls vorläufiger Zahlen einen Gewinn nach Steuern von rund 400 Millionen Euro. Aufgrund des positiven HGB-Ergebnisses wird es voraussichtlich zu einer vollständigen Wertaufholung der Genussscheine und stillen Einlagen kommen.

Die drei operativen Segmente im Überblick

Im Segment Corporates, das neben dem Unternehmenskundengeschäft auch die gewerbliche Immobilienfinanzierung umfasst, verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern deutlich auf 1,259 Milliarden Euro (2010: 850 Millionen Euro). Damit war 2011 das stärkste Jahr im Unternehmenskundengeschäft seit Bestehen der LBBW. Hier spiegelt sich die Verankerung der Bank bei den Unternehmenskunden insbesondere in den Kernmärkten wider sowie eine deutlich verringerte Risikovorsorge dank der günstigen Konjunkturentwicklung. Zudem konnten die Verwaltungsaufwendungen leicht reduziert werden.

Das Segment Retail/Sparkassen verzeichnete einen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern auf 149 Millionen Euro nach 137 Millionen Euro im Vorjahr. Positiv wirkten insbesondere Zuwächse im Einlagengeschäft und der Ausbau des Wealth Managements. Zudem konnten die Verwaltungsaufwendungen durch stringentes Kostenmanagement gesenkt werden.

Im Segment Financial Markets reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern auf 155 Millionen Euro nach 261 Millionen Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend waren das schwierige Marktumfeld vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise und damit einhergehend ein aktiver Abbau von Risikopositionen insbesondere im Interbankengeschäft. Die Verwaltungsaufwendungen konnten durch konsequentes Kostenmanagement trotz Belastungen durch die Bankenabgabe leicht reduziert werden. Zugleich wurde die Ausrichtung der Finanzmarktaktivitäten auf das Kundengeschäft weiter vorangetrieben.

Gute Fortschritte bei der Restrukturierung

Bei der Neuausrichtung kam die LBBW im vergangenen Jahr gut voran. So wurden weitere Beteiligungen abgegeben, darunter die Anteile an der Dekabank, der Energiebörse EEX und der LBS Baden-Württemberg. Im Februar dieses Jahres wurde zudem die LBBW Immobilien GmbH mit ihren 21 000 Wohnungen veräußert. Ebenfalls im Plan liegt die Bank bei der Reduktion der Sachkosten und dem Stellenabbau. Seit Beginn der Restrukturierung wurden auf Basis freiwilliger Maßnahmen wie Abfindungs-, Vorruhestands- oder Altersteilzeitverträgen sowie natürlicher Fluktuation Austritte von rund 2 000 Vollzeitstellen bei einer begrenzten Anzahl von Eintritten insbesondere aus der Übernahme von Auszubildenden vereinbart. Insgesamt ist im Zuge der Restrukturierung der Abbau von rund 2 500 Vollzeitstellen im Konzern vorgesehen.

Ausblick auf das laufende Jahr

Für das laufende Jahr geht die LBBW von einer verhalten positiven Entwicklung der Realwirtschaft aus. Die Lage an den Finanzmärkten ist trotz der jüngsten Fortschritte mit Blick auf Griechenland nach wie vor von erheblichen Risiken geprägt. Vorstandschef Hans-Jörg Vetter sagte mit Blick auf das laufende Jahr: "Wir werden die Restrukturierung im laufenden Jahr weitestgehend abschließen und uns weiterhin konsequent auf die Unterstützung der Realwirtschaft konzentrieren. Sofern es nicht zu neuen dramatischen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommt, rechnet die LBBW für 2012 unter IFRS mit einem gegenüber 2011 verbesserten Ergebnis."

Der Konzernjahresabschluss wird auf der Bilanzpressekonferenz am 25. April vorgestellt.

Vorläufige Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2011 nach IFRS

* Nach Anpassungen gemäß IAS 8.

Differenzen ergeben sich durch Rundung. Bei den Veränderungen in Prozent liegen die genauen Zahlen zugrunde.

Die oben genannten Zahlen werden auf vorläufiger Basis berichtet. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen. Der Konzernjahresabschluss mit den endgültigen Geschäftszahlen wird auf der Bilanzpressekonferenz vorgestellt.

Kontakt

Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
D-70173 Stuttgart

Christian Potthoff
Leiter Kommunikation
Tel.: +49 711 127-73946
Fax: +49 711 127-74861

christian.potthoff@LBBW.de