Presseinformation.

29.04.2013

LBBW-Bilanzpressekonferenz: Restrukturierung weitgehend abgeschlossen – Konzerngewinn 2012 deutlich gesteigert

Hans-Jörg Vetter, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), zog anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz ein positives Fazit des Geschäftsjahres 2012: "Wir haben in einem schwierigen Umfeld ein ordentliches Ergebnis erreicht, die 2009 eingeleitete Restrukturierung weitgehend abgeschlossen sowie unsere Kapital- und Risikoposition noch einmal signifikant verbessert. Damit ist die LBBW in einer guten Ausgangslage, um die vielfältigen Herausforderungen an Banken mit Zuversicht anzugehen."

  • Konzernergebnis nach Steuern erhöht sich deutlich auf 398 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro)
  • Robustes operatives Kundengeschäft insbesondere mit Unternehmen
  • Restrukturierung im Jahr 2012 nahezu abgeschlossen
  • Abbau der Risikoaktiva und des Kreditersatzgeschäfts weiter klar über Plan
  • Kernkapitalquote steigt auf 15,3 Prozent, Gesamtkennziffer auf 19,7 Prozent
  • 2013 operativ zufriedenstellend gestartet

Bei der Bilanzpressekonferenz bestätigte die LBBW darüber hinaus die bereits Ende Februar vorgelegten Zahlen für den Konzern. Der Konzerngewinn nach Steuern erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 398 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro). Der operative Gewinn konnte auf 694 Millionen Euro nach 392 Millionen Euro gesteigert werden. Getragen wurde das Ergebnis von einem soliden Kundengeschäft insbesondere mit Unternehmen, einer weiterhin niedrigen Risikovorsorge sowie einem verbesserten Finanzanlageergebnis. Der Konzerngewinn vor Steuern betrug 399 Millionen Euro (Vorjahr: 86 Millionen Euro).

"Die Ausrichtung auf ein rein kundenorientiertes Geschäftsmodell hat sich als richtig erwiesen. Wir werden weiter daran arbeiten, den Bedürfnissen der Realwirtschaft noch besser zu entsprechen. Daneben wird die Umsetzung der zahlreichen neuen regulatorischen Vorgaben – etwa die drastisch erhöhten Kapitalanforderungen oder neue Regelungen im Verbraucherschutz – auch die LBBW stark beschäftigen. Wir sind aber überzeugt, dass wir uns mit unserem am Kundennutzen ausgerichteten Geschäftsmodell und dem konsequenten Abbau von Risiken, den wir weiter vorantreiben, auch langfristig am Markt erfolgreich durchsetzen werden", sagte Vetter.

Risikoaktiva erneut deutlich reduziert – Beteiligungsverkäufe und Personalabbau weitgehend abgeschlossen

Die Umsetzung der 2009 eingeleiteten Restrukturierung wurde im vergangenen Jahr konsequent fortgesetzt und weitgehend abgeschlossen. Eine deutliche Verbesserung ihrer Kapitalquoten erreichte die LBBW durch den weiteren Abbau ihrer Risikoaktiva. Dabei wurde das nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Kreditersatzgeschäft, das zu Beginn der Restrukturierung ein Volumen von 95 Milliarden Euro aufwies, im vergangenen Jahr von 36 Milliarden Euro auf 22 Milliarden Euro erneut reduziert. Die gesamten Risikoaktiva verringerten sich von 108 Milliarden Euro auf 96 Milliarden Euro. Sowohl die Risikoaktiva insgesamt als auch das Kreditersatzgeschäft wurden in den vergangenen Jahren deutlich stärker reduziert als im Restrukturierungsplan vorgesehen. Die Kernkapitalquote betrug zum Jahresende 15,3 Prozent und lag damit 2,4 Prozentpunkte über dem Wert zum Jahresbeginn 2012. Die Gesamtkennziffer stieg von 17,2 Prozent auf 19,7 Prozent an. Damit verfügt die LBBW schon heute über eine angemessene Kapitalausstattung. Außerdem haben die Träger zu Jahresbeginn 2013 2,2 Milliarden Euro Stille Einlagen in hartes Kernkapital gewandelt. Damit ist die LBBW auch für die künftig deutlich höheren Kapitalanforderungen gerüstet.

Zudem trennte sich die Bank im Jahr 2012 von weiteren Beteiligungen, darunter die Anteile an der SV Sparkassen- Versicherung, der Wüstenrot & Württembergischen AG, der Universal-Investment-Gesellschaft, der Nationale Suisse und der LBBW Immobilien GmbH mit ihren rund 21 000 Wohnungen. Auch der Stellenabbau schritt plangemäß voran. Seit 2009 konnten durch freiwillige Maßnahmen wie Aufhebungsverträge oder Vorruhestandsregelungen sowie die natürliche Fluktuation Personalaustritte von mehr als 2 400 Vollzeitstellen vertraglich vereinbart werden.

Die operativen Segmente im Überblick

Auch im Jahr 2012 waren die drei operativen Segmente Corporates, Retail/Sparkassen und Financial Markets solide Ertragssäulen des Konzerns. Das Segment Corporates, das das Unternehmenskundengeschäft sowie die gewerbliche Immobilienfinanzierung umfasst, trug mit einem Ergebnis vor Steuern von 914 Millionen Euro den höchsten Anteil zum Konzernergebnis bei. Trotz eines zufriedenstellenden Kundengeschäfts konnte der außerordentlich gute Vorjahreswert (1,244 Milliarden Euro), der auch durch positive Einmaleffekte geprägt war, nicht erreicht werden. Die Gründe dafür waren im Wesentlichen der risikobewusste Abbau von Nicht- Kernbank-Aktivitäten, das niedrige Zinsniveau sowie Bewertungsanpassungen und vorsorglich gebildete Rückstellungen. Die Risikovorsorge wurde leicht angehoben, lag aber nach wie vor auf insgesamt niedrigem Niveau. Die Verwaltungskosten konnten im Segment leicht verringert werden.

Das Segment Retail/Sparkassen schloss 2012 mit einem Vorsteuerergebnis von 99 Millionen Euro ab (Vorjahr: 142 Millionen Euro). Einer positiven Entwicklung beim Vermittlungsgeschäft von Renten- und Lebensversicherungen sowie von Bausparverträgen standen Ergebnisrückgänge im Einlagen- und Wertpapiergeschäft gegenüber. Ursächlich hierfür waren das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die Kundenzurückhaltung in Folge der Marktunsicherheit. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen leicht an, die Risikovorsorge blieb auf niedrigem Niveau.

Im Segment Financial Markets erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern deutlich auf 277 Millionen Euro (Vorjahr: 138 Millionen Euro). Profitiert hat das Segment von einer lebhaften Kundennachfrage nach Geldmarktprodukten sowie von Zinssenkungen und Spreadeinengungen für europäische Staaten, bedingt durch die Eingriffe der Europäischen Zentralbank zur Beruhigung der Staatenkrise. Belastend wirkten auch in diesem Segment Bewertungsanpassungen sowie die Bildung von Rückstellungen. Der leichte Zuwachs bei den Verwaltungsaufwendungen ist in erster Linie auf die gestiegene Bankenabgabe zurückzuführen.

Ergebnis- und Bilanzzahlen 2012 der LBBW

Das Zinsergebnis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 Prozent auf 2,057 Milliarden Euro. Dies ist vorwiegend auf den weiter fortgeschrittenen Abbau zinstragender Aktiva sowie das allgemein niedrige Marktzinsniveau zurückzuführen. Zudem wurde das Vorjahreszinsergebnis durch positive Einmaleffekte beeinflusst, die im vergangenen Jahr in dieser Höhe nicht mehr anfielen. Positiv wirkten 2012 Anpassungen von Barwerten im Zuge geänderter Erwartungen von Zins- und Tilgungszahlungen auf Stille Einlagen und Genussscheine, unter anderem in Folge der Wandlung von Stillen Einlagen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro.

Das Provisionsergebnis blieb mit 514 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 536 Millionen Euro. Der moderate Rückgang ist in erster Linie auf die Abnahme des Provisionsergebnisses im Wertpapier- und Depotgeschäft zurückzuführen. Zudem fielen Einmaleffekte aus Vermittlungstätigkeiten geringer aus als im Vorjahr.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 57 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro. Positiv wirkten hier vor allem die Ergebnisbeiträge aus den kundenbezogenen Handelsaktivitäten sowie Wertaufholungen im Zuge von Spreadeinengungen bei Kreditderivaten auf Bank- und Staatsadressen. Dem gegenüber standen Belastungen aus Bewertungsanpassungen (Valuation Adjustments für Marktparameter, Kontrahenten- und Rechtsrisiken). Negativ wirkten zudem Effekte im Zuge der Bewertung der eigenen Bonität (Own Credit Spread) sowie aus der Bewertung von Derivaten im Zusammenhang mit der Absicherung von Fremdwährungsgeschäften (Cross Currency Swaps).

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug minus 33 Millionen Euro (Vorjahr: 194 Millionen Euro). Der deutliche Rückgang erklärt sich vor allem aus der vorsorglichen Bildung von Rückstellungen sowie einem geringeren Ergebnis der als Finanzanlagen gehaltenen Immobilien in Folge des Verkaufs des Wohnungsbestands der LBBW Immobilien GmbH.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag trotz konjunktureller Eintrübung und einer weiterhin konservativen Risikopolitik mit 143 Millionen Euro aufgrund der guten Verfassung der Unternehmen insbesondere in Baden-Württemberg sogar noch leicht unter dem Vorjahreswert (160 Millionen Euro).

Das Ergebnis aus Finanzanlagen, At Equity- und EAV-Ergebnis summierte sich auf 135 Millionen Euro. Im Jahr 2011 wies dieses aufgrund hoher Bewertungsabschläge auf Engagements in südeuropäischen Staaten einen negativen Wert von minus 716 Millionen Euro auf. Hauptgrund für die positive Ergebnisentwicklung dieser Position im Jahr 2012 waren Gewinne aus diversen Beteiligungsverkäufen.

Die Verwaltungsaufwendungen sind im Jahr 2012 auf 1,860 Milliarden Euro angestiegen. Dies ist in erster Linie auf die hohen Aufwendungen im Zuge der Vorbereitung auf die verschärften regulatorischen Vorschriften zurückzuführen. Zudem stieg die Bankenabgabe der LBBW im Vergleich zum Vorjahr um 35 Millionen Euro auf nun 92 Millionen Euro an. Weitere Kosten entstanden durch Investitionen in Zukunftsprojekte und Wachstumsfelder.

Das operative Ergebnis summierte sich auf 694 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 392 Millionen Euro.

Nach Berücksichtigung der Kosten für den Risikoschirm durch das Land Baden-Württemberg – von den insgesamt 330 Millionen Euro wurden 305 Millionen Euro im Posten Garantieprovision Land Baden-Württemberg und der Rest im Zinsergebnis gebucht – sowie einem positiven Restrukturierungsergebnis von 10 Millionen Euro ergab sich ein Konzernergebnis vor Steuern von 399 Millionen Euro (Vorjahr: 86 Millionen Euro). Nach Steuern belief sich der Konzernüberschuss auf 398 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro).

Die Konzernbilanzsumme konnte 2012 gemäß den Vorgaben des EU-Restrukturierungsplans zurückgeführt werden. Sie sank um knapp 10 Prozent und belief sich am Jahresende auf 336 Milliarden Euro.

Ausschüttungen auf Stille Einlagen und Genussscheine

Das Ergebnis des Einzelabschlusses der LBBW nach HGB, das für die Bedienung der Stillen Einlagen und Genussscheine ausschlaggebend ist, ermöglicht es der Bank, erstmals seit 2008 dieses Hybridkapital zu bedienen. Die laufenden Ausschüttungen auf die Stillen Einlagen und Genussscheine summieren sich auf rund 254 Millionen Euro. Zudem wird eine teilweise Nachholung der in den Jahren 2009 bis 2011 ausgebliebenen Ausschüttungen in Höhe von rund 332 Millionen Euro erfolgen. Damit werden rund 40,8 Prozent der ausgefallenen Ausschüttungen nachgeholt. Per 1. Januar 2013 verbleiben an offenen Nachholungen noch rund 239 Millionen Euro.

Jahresauftakt 2013

In den ersten Monaten des laufenden Jahres verzeichnete die LBBW eine weiterhin zufriedenstellende Entwicklung des operativen Geschäfts. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus sowie der bewussten Inkaufnahme von Verlusten beim weiteren Abbau von Risikoaktiva wird das Ergebnis im ersten Quartal jedoch unter dem des Vorjahres liegen. Für den weiteren Verlauf des Jahres rechnet die LBBW mit einem komplizierten Umfeld mit niedrigen Zinsen und einer verhaltenen Kreditnachfrage. Zudem bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung an den Finanzmärkten und vieler regulatorischer Fragen. Die Bank erwartet dennoch ein deutlich positives Ergebnis für 2013. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt seriös nicht möglich.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2012 nach IFRS
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Alexander Braun
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