Presseinformation.

12.04.2005

LBBW-Konzern: Mit stabilem Ergebnis in eine neue Zeit

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2004 zurück. So weist der LBBW-Konzern zum 31. Dezember 2004 einen Jahresüberschuss in Höhe von 502,1 Millionen Euro aus. Dies entspricht einer Steigerungsrate von 37,2 Prozent oder rund 136 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Wir haben es im vergangenen Jahr geschafft, unsere Erträge stetig zu mehren, ohne dabei die Kostenseite aus den Augen zu verlieren“, begründet Dr. Siegfried Jaschinski, Vorstandsvorsitzender der LBBW, das positive Abschneiden seines Hauses. Zum guten Jahresabschluss habe neben dem optimal zugeschnittenen, zukunftsfähigen Geschäftsmodell der LBBW auch die traditionell konservative Kreditrisikopolitik beigetragen.

Das Bilanz- und Geschäftsvolumen verzeichnete im vergangenen Jahr einen leichten Zuwachs. Die Konzern-bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2004 um 5,3 Prozent auf 339,8 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum stieg das Geschäftsvolumen um 4,3 Prozent auf 384,9 Milliarden Euro.

LBBW-Konzern mit guter Ertragslage in der Erfolgsspur

Den maßgeblichen Ertrag steuerte unverändert der Zinsüberschuss bei, der sich im Vergleich zum Vorjahr um 119,5 Millionen Euro (plus 6,4 Prozent) auf 1.990,5 Millionen Euro erhöhte. „Die positive Entwicklung des Zinsüberschusses wurde von den drei operativen Geschäftsfeldern getragen: dem Geschäft mit Privat- und Anlagekunden sowie dem Unternehmenskunden- und Kapitalmarktgeschäft“, betont Jaschinski. Auch der Provisionsüberschuss legte zu und erreichte mit 388 Millionen Euro ein um 30,6 Millionen Euro (plus 8,6 Prozent) höheres Ergebnis. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf das Privat- und Anlagekundengeschäft zurückzuführen. Erfolgreich entwickelten sich hier vor allem die Provisionen aus dem Vermittler- (plus 28,5 Prozent) sowie dem Wertpapiergeschäft (plus 10,5 Prozent).

Demgegenüber konnte das grundsätzlich volatile Nettoergebnis aus Finanzgeschäften mit rund 147,7 Millionen Euro nicht an das anspruchsvolle Ergebnis des Vorjahres (217,1 Millionen Euro) anknüpfen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Bestandteile des Handelsergebnisses im Zinsergebnis ausgewiesen werden. Insgesamt erzielte die LBBW im Geschäftsjahr 2004 einen konzernweiten Rohertrag von 2.526,1 Millionen Euro (2.445,6 Millionen Euro im Vorjahr).

Kosten stets im Blick – geringfügiger Anstieg der Verwaltungsaufwendungen

Um den Konzern weiterhin in der Erfolgsspur zu halten, musste in den vergangenen Jahren an zahlreichen Stellen auf die Kostenbremse getreten werden. Infolgedessen sind die Verwaltungsaufwendungen im Jahr 2004 nur moderat um 2,4 Prozent (plus 35,3 Millionen Euro) auf 1.500,2 Millionen Euro gestiegen. Der in dieser Position enthaltene Personalaufwand erhöhte sich hierbei leicht um 2,7 Prozent (plus 22,5 Millionen Euro) auf 844,8 Millionen Euro, was im Wesentlichen auf den Tarifabschluss zurück¬zuführen ist, obwohl die Zahl der Beschäftigten im LBBW-Konzern in diesem Zeitraum von 12.648 auf 12.184 Mitarbeiter weiter sank. Dies entspricht einem konzernweiten Abbau von 464 Stellen (minus 3,7 Prozent). Die Stellenreduzierung erfolgte ausschließlich im Rahmen der Fluktuation. Ergänzend hat die Bank Mitarbeitern „New Placement“-Maßnahmen auf freiwilliger Basis angeboten, bei denen die Mitarbeiter bei unveränderten Bezügen durch Schulungen und Bewerbungstrainings die Möglichkeit haben, ihre Chancen bei der Suche nach einer Stelle außerhalb des LBBW-Konzerns zu verbessern. Damit blieb die Bank ihrer bisherigen Linie treu und verzichtete auf Kündigungen.

Die Position sonstiges betriebliches Ergebnis erhöhte sich im Vergleichszeitraum um 34,8 Millionen Euro auf 553,2 Millionen Euro (plus 6,7 Prozent). Neben dem Leasingergebnis, das auf hohem Niveau gehalten und weiter ausgebaut werden konnte, ist darin auch das positive Ergebnis der LEG-Gruppe enthalten.

CIR erneut gesunken

„Der Zuwachs des Ertrags lag deutlich über dem Anstieg der Aufwendungen. Das zeigt sich in einer erneuten Verbesserung der Cost-Income-Ratio (CIR) von 49,4 auf 48,7 Prozent“, stellt der Vorstandsvorsitzende des Konzerns zufrieden fest. Die Kennziffer CIR beruht auf dem Quotienten aus dem Verwaltungsaufwand und den operativen Erträgen.

Erfreuliches Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/Bewertungs-ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent (plus 80,2 Millionen Euro) auf 1.579,2 Millionen Euro. Beim Risikovorsorge/Bewertungsergebnis ergab sich eine deutliche Entlastung um 44,4 Millionen Euro (minus 7,8 Prozent) auf 527,2 Millionen Euro. Obwohl im Kreditgeschäft unverändert strenge Maßstäbe angelegt wurden, konnte bei der Risikovorsorge ein Rückgang verzeichnet werden. Das Betriebsergebnis (Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit) liegt demzufolge mit 1.052 Millionen Euro um 124,6 Millionen Euro (plus 13,4 Prozent) über dem Vorjahresergebnis. Dieses gute Ergebnis erlaubte es wiederum, die Stillen Reserven im Konzern weiter zu erhöhen. Nach Abzug von außerordentlichen Aufwendungen, bei denen auch anstehende Restrukturierungsmaßnahmen berücksichtigt wurden, und den Belastungen durch Ausschüttungen auf die Stillen Einlagen, resultiert ein Jahresüberschuss vor Steuern von 739,4 Millionen Euro (Steigerungsrate: 18,2 Prozent). Der Jahresüberschuss nach Steuern kletterte sogar um 37,2 Prozent (plus 136,1 Millionen Euro) auf 502,1 Millionen Euro.

Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity ROE) wurde von 11,2 Prozent im Jahr 2003 auf 12,6 Prozent gesteigert. „Dieses Jahr streben wir eine Eigenkapitalverzinsung vor Steuern von etwa 15 Prozent an“, formuliert der LBBW-Chef sein ehrgeiziges Ziel.

Operative Segmente tragen gleichermaßen zum Rohertrag bei knapp 80 Prozent der Roherträge des Konzerns stammen zu etwa gleichen Teilen aus den Segmenten Retail Clients (Privat-, Anlagekundengeschäft und Private Banking), Corporate Finance (Unternehmenskundengeschäft) und Financial Markets (Kapitalmarktgeschäft). Flankiert werden diese durch eine intensive, erfolgreiche Zusammenarbeit mit den baden-württembergischen Sparkassen – jüngst sind nun auch die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) und die rheinland-pfälzischen Sparkassen hinzugekommen.

Segment Retail Clients: deutlich verbesserte CIR

Im Privat-, Anlagekundengeschäft und Private Banking hat der Landesbank-Konzern 2004 einen Rohertrag in Höhe von 608,6 Millionen Euro erwirtschaftet (plus 1,8 Prozent). „Uns gelingt es kontinuierlich, aus diesem Geschäftsfeld einen stabilen Ertrag zu generieren“, bilanziert Jaschinski. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn dieser Sektor befindet sich nach wie vor branchenweit im Umbruch.“ Der konsequente Ausbau des systematischen Kundenkontaktmanagements sowie des Geschäfts aus der Vermittlung von Versicherungen im Jahr 2004 schlagen sich in diesem Segment positiv nieder. Neben dem klassischen Filialgeschäft setzt die LBBW auf die Direktvertriebswege per Telefon und Internet. Insgesamt wurden im Jahr 2004 im Internetbanking über 9 Millionen Log-ins (Anmeldungen) registriert.

Durch die Erlössteigerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Personal- und IT-Kosten verbesserte sich die Cost-Income-Ratio im traditionell kostenintensiven Filialgeschäft um über 4 Prozentpunkte auf beachtliche 62,8 Prozent.

Segment Corporate Finance: höchster Rohertrag

Das Segment Corporate Finance beinhaltet die LBBW-Aktivitäten mit mittelständischen Unternehmens- und Geschäftskunden, Immobilienunternehmen sowie das Kommunalkreditgeschäft mit der öffentlichen Hand. Neben dem klassischen Commercial Banking werden im Segment Corporate Finance auch das Investment Banking und andere Spezialproduktbereiche wie z.B. Leasing oder Factoring mit einbezogen. Hier erlöste der Landesbank-Konzern 2004 den höchsten Rohertrag: 749,5 Millionen Euro (724,1 Millionen Euro im Jahr 2003).

Segment Financial Markets weiterhin auf hohem Niveau

Die Aktivitäten der LBBW im Segment Financial Markets, das neben den klassischen Handelsgeschäften sämtliche Geschäftstätigkeiten mit Kreditinstituten, Versicherungen und Pensionskassen umfasst, erzielten im zurückliegenden Jahr einen Rohertrag in Höhe von 663 Millionen Euro. Weiterhin werden in diesem Segment die nationalen und internationalen Funding-Aktivitäten sowie das aktive Portfoliomanagement des kapitalmarktorientierten Kreditgeschäfts gebündelt.

Ertragreiche Ergänzung durch Corporate Items

Ergänzt werden diese Erträge durch Corporate Items, in denen 2004 ein Rohertrag von 527,2 Millionen Euro verbucht wurde. In Corporate Items werden die Geschäftstätigkeiten aus Beteiligungen, Treasury und dem strategischen Handel, aber auch die Ergebnisse aus der Zentralbankfunktion zusammengefasst.

Neue Zeit ohne Staatsgarantien: Rendite im Fokus

Das vorliegende Ergebnis des Geschäftsjahres 2004 zeigt, dass der LBBW-Konzern auf die neue Zeit ohne Staatsgarantien vorbereitet ist. Denn ab Juli 2005 orientieren sich Investoren verstärkt an der Höhe des Eigenkapitals und an der Rendite, die die Bank nachhaltig erwirtschaften kann. Von diesen Größen hängt der von den Kreditgebern akzeptierte Preis ab, der sich wiederum auf das Ergebnis der Bank auswirkt. „Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, muss die Landesbank ihre Leistungskraft in allen Ressorts weiter steigern - von den Marktbereichen über die Stabsabteilungen bis ins Back-Office“, erklärt Dr. Siegfried Jaschinski abschließend.

Kontakt

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